Russlands Sicherheit und die Krim


Russlands Sicherheit und die Krim – Wer sich die Geschichte etwas anschaut, findet zum Thema Polen und Ukraine einiges, das nicht so bekannt ist: Im Frieden von Brest-Litowsk wurde Russlands Austritt aus dem ersten Weltkrieg geregelt und (auf deutsche Initiative) die Selbstverwaltung bislang besetzter Gebiete festgelegt. Darauf folgte nach langer Aufteilung zwischen mehreren Ländern die Gründung des polnischen Staates.

Polen beherrschte früher einmal ein grosses Reich, das bis zum schwarzen Meer reichte. Nach einigen Kosakenaufständen und mehreren Kriegen mit Nachbarn verschwand Polen als eigener Staat allerdings für lange Zeit von der Landkarte und wurde aufgeteilt.

Nach dem ersten Weltkrieg führte Polen einen Krieg gegen die Ukraine und eroberte grosse Landstriche, die in etwa die heutige westliche Ukraine bis zum Dnjepr ausmachen.

Im zweiten Weltkrieg wurde Polen erneut aufgeteilt und später komplett von der Wehrmacht besetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg verschob die Sovjetunion erneut Polens Grenzen, die im polnisch-ukrainischen Krieg eroberten Gebiete fielen zurück an die Ukraine (jetzt Teil der UdSSR) und Polen erhielt Teile des deutschen Reichs zur Verwaltung, über die bei Abschluss eines Friedensvertrags endgültig entschieden werden sollte.

Die West-Ukraine ist traditionell durch Besiedlung und Handelsbeziehungen eher westlich geprägt und kulturell an Polen angelehnt und überwiegend katholisch.

Die Ost-Ukraine jenseits des Dnjepr ist von alters her russisch besiedeltes Gebiet, Kiew (heutige Hauptstadt der Ukraine) war eine Keimzelle des alten Russland (Kiewer Rus), also traditionell und kulturell wie wirtschaftlich eng an Russland angelehnt überwiegend orthodox geprägt. Das gilt auch für einen Streifen im Süden des Landes am schwarzen Meer bis Odessa und Moldawien (heute Republik Moldowa, von der sich ein Teil losgesagt hat und zu Russland möchte).

Die Krim gehörte bis 1954 zu Russland, wurde von Chrustchow dann der Ukrainischen Sovjetrepublik (nicht einer unabhängigen und eigenstaatlichen Ukraine!) zugeschlagen. Nach Zusammenbruch der Sovjetunion verblieb die Krim nach vergeblichen Einigungsversuchen bei der Ukraine und im Kompromiss verblieb der Flottenstützpunkt Sewastopol als Pacht in russischer Verwaltung.

Die Flotte auf der Krim ist für Russlands Sicherheitsinteresse extrem wichtig und unverzichtbar. Nach Eroberung von Sewastopol im Krim-Krieg durch französische Truppen (in jenem Krieg kämpften dort auch britische und italienische Truppen gegen Russland) musste Russland Zugeständnisse machen. Im zweiten Weltkrieg wurde die Krim von der deutschen Wehrmacht besetzt, die von dort aus weiter bis Stalingrad und den Kaukasus vorrückte.

Eine destabilisierte und in Anarchie fallende Ukraine, die sich anschickt, auch NATO Truppen direkt an der russischen Grenze stationieren zu lassen, bedeutet für Russland eine nicht hinnehmbare Gefährdung, zumal historisch sowohl Napoleon als auch Hitler den Weg durch die Ukraine genommen hatten, um Russland anzugreifen. Wer also nach jener Region greift, fordert den „russischen Bären“ ganz direkt heraus, weiss auch, dass Russland an dieser Position nicht zurückweichen wird und kalkuliert das auch mit ein…

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