Kapitalismus 2.0 – Profitismus


Im Moment haben wir in der Welt eine besonders aggressive Form des Kapitalismus, den ich einfach mal „Profitismus“ nenne. Kommunismus wie Kapitalismus (freie Marktwirtschaft) sind beides Utopien, die in der Realität auf Dauer nicht funktionieren können. Die in Deutschland längere Zeit erfolgreich praktizierte Mischform „soziale Marktwirtschaft“ hat durchaus funktioniert, wurde jedoch durch wiederaufkeimen rein marktorientierter Impulse weitgehend zurückgedrängt.

Alles muss im „Profitismus“ entweder Profit einbringen oder Geld sparen. Ein Produkt soll nicht mehr seine Aufgabe möglichst optimal erfüllen, sondern aus Herstellersicht möglichst günstig produziert werden, aus Verbrauchersicht möglichst wenig kosten. Beide sparen an Qualität.

Am Ende erfüllen Billigprodukte ihre Aufgaben so schlecht, dass man derer so viel/schnell benötigt, dass es letztlich teurer wird, als wenn man gleich vernünftig investiert hätte. Wir haben eine Produktschwemme, die Resourcen kostet, die jedoch immer teurer werden und einen Konkurrenzdruck, der den Handel und die Produktion zwingt, immer billiger anbieten zu müssen. So wird grossen Teilen der Wirtschaft und grossen Teilen der Bevölkerung langfristig das Genick gebrochen.

Das bemerkt man schon deutlich und dennoch setzt die rein Profit- und sparorientierte Wirtschaft wie die Politik weiter auf Wachstum, das nur noch unter Aufbietung aller statistischen und buchhalterischen Tricks überhaupt darstellbar ist.

Der Zusammenbruch ist also absehbar, denn statt gegenzusteuern, konzentriert man sich auf kosmetisches Flickwerk und Finessen, die Situation schönzureden, damit überhaupt noch etwas leidlich funktioniert.

Dabei ist die Welt reich genug, dass es für alle Menschen ausreichen würde, ausreichend versorgt zu sein. Es liegt allein an der Verteilung, die halt in die Regionen, in der Mittel hauptsächlich lebensrettend gebraucht werden, nicht profitabel ist. Statt dessen vernichten die reichsten Länder rund die Hälfte aller produzierten Lebensmittel (das meiste davon noch, bevor es in den Handel kommt), weil das billiger ist.

Eigentlich sollt die Wirtschaft den Menschen dienen und sie versorgen und nicht umgekehrt. Aber das wäre eine Aufgabe und es geht allein um Profit, da spielen Aufgaben und Menschen nur noch eine untergeordnete Rolle.

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