Zwischen Antifaschismus und Rechten


„Radikale Humanität“ schliesst oft Gängelung und Unterdrückung derer mit ein, die man im eigenen Idealismus als Feind eigener Ziele zu erkennen glaubt, was gerade „linksradikale“ Gruppierungen betrifft, die mitunter auch zu Gewalt aufrufen und selbst gewalttätig werden, dies aber als Kampf gegen Gewalt hinstellen. Die Begriffe links und rechts kommen eigentlich von der Sitzverteilung im früheren Reichstag (vor dem dritten Reich), wo Kommunisten links und Nationalsozialisten rechts sassen. Beide Gruppen lieferten sich im Vorfeld der Machtübernahme (eigentlich seit Ende des ersten Weltkrieges) heftige Strassenkämpfe bis hin zu Schiessereien. Eine Gruppe als generell friedlich (Humanität) und die andere generell kriegerisch und gewalttätig hinstellen, ist also schon mal falsch und muss differenzierter gesehen werden.

Auch bei Linken gibt es Hierarchien und man ist bestrebt, die „Schaltstellen der Macht“ mit eigenen bzw. genehmen Kräften zu besetzen. Begriffe wie „Diktatur des Proletariats“ schliessen Gleichheit und Freiheit relativ aus.

Schaut man sich rechte Inhalte genauer an, findet man auch dort soziale Ansätze, die sogar bis in sozialistische Nähe reichen. In den ursprünglichen Konzepten gab es auch noch keinen Antisemitismus. Bevor Hitler auf den Plan trat, hatten viele aus früheren deutschnationalen Reihen durchaus jüdische Freunde. Im faschistischen Italien kannte man bis zur deutschen Besetzung auch keine Verfolgung jüdischer Mitbürger.

Ich persönlich sehe es so, dass sowohl das gesamte Parteiensystem, das noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, nicht mehr zeitgemäss und reformbedürftig ist, als auch die Sichtweise radikaler Gruppen aus rechten und linken Ecken, die sich schliesslich durch die Gruppenbildung definieren.

Mir ist schon länger aufgefallen, dass Personen in ihren Kommentaren sowohl „traditionell“ eher linke als auch eher rechte Argumente anführen. Oft klingt das zwar recht holprig und wirkt mitunter seltsam, zeigt aber dennoch, dass es durchaus Gemeinsamkeiten gibt. Die Frage ist nur (wird nur die Zeit klären), inwieweit extrem denkende Menschen beider Richtungen bereit sind (oder es lernen zu werden), Teile gewohnter Ideologien für einen neuen Weg zur Disposition zu stellen.

Eines sollte aber absolut klar sein:

Die momentan herrschenden Klassen dürften daran das geringste Interesse haben…

3 Gedanken zu “Zwischen Antifaschismus und Rechten

  1. Auch mit ihrem heutigen Artikel „Wir brauchen eine neue Kraft“ träumen sie von einem Konsensweg, den ich nicht kommen sehe. Ja, die Spaltung im Land ist sehr tief, aber dies ist bedingt durch die gewaltige Veränderung im Zeitgeschehen. Parteien als Findungsorgan des politischen Willens finde ich nicht überholt, ergänzt durch Plebiszite Elemente, kann man schon so die Demokratie abbilden.

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    • Es geschieht doch schon seit Jahren, dass die gleichen Menschen sowohl eher rechte als auch eher linke Argumente anführen und bei manchen Demonstrationen sieht man sowohl eher rechts denkende als auch eher links denkende Menschen. Die Anfänge sind also längst gemacht, nur die Organisation fehlt noch…

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      • Meinen Erfahrungen aus dem Herbst 2015 entspricht das nicht, im Normalfall will mich der Linke töten und ich brauche Hundertschaften von Polizei, um meinem Demonstrationsrecht nachgehen zu können. Aber vielleicht versuchen Sie es mal mit den Freien Wählern.

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