Umbrüche – Rette sich wer kann


Zu Zeiten der sozialen Marktwirtschaft waren auch Arbeitgeber noch deutlich sozialer, haben besser bezahlt, haben um gutes Personal geworben und hatten auch Anspruch hinsichtlich Qualität. Könnte man ganze Bücher füllen, würde aber zu weit führen. Der Niedergang der sozialen Marktwirtschaft hat allerdings schon deutlich früher begonnen, als die „sozialistischen“ Staaten noch intakt waren.

Problematisch waren verschiedene Dinge, die zumeist aus Übersee herübergeschwappt sind und hier ohne Prüfung einfach so übernommen wurden. Eines davon z. B. die „Ideologie“ der Profitmaximierung, was erstmal toll klingt für jemand, der sich mal auf die Schnelle dumm und dusselig verdienen kann. Konsequenz daraus ist unweigerlich Kostenreduktion – und damit fing es an…

Arbeitnehmer wurden zu Kostenfaktoren, wurden ebenso wie soziale Leistungen wegrationalisiert. Arbeitslosigkeit stieg, Steuereinnahmen sanken, Sozialausgaben stiegen, Menschen hatten weniger Geld, konsumierten weniger, also weniger Umsatz und weniger Steuern und weitere Rationalisierungen, um Kosten zu sparen und Preise zu halten. Folge: Weiterer Abbau am Arbeitsmarkt und in sozialen Leistungen. Waren mussten billiger werden, also Preiskampf, Zwang zu Kostenreduktion an Personal und Produktion. Produkte wurden schlechter, halten nicht mehr so lange, müssen öfter nachgekauft werden und werden trotz billigerem Preis unter’m Strich durch häufigeren Nachhauf teurer. Inlandsmarkt ging zurück, Export wurde lebenswichtig.

Nun kam noch der Zusammenbruch des Ostblocks und viele Länder mit billigerer Produktion kamen als Konkurrenten hinzu, was weitere Einsparungen erforderlich machte. Um Profitmaximierung ging es nun vielen nicht mehr, sondern um’s Überleben. Seit dem häufen sich Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit steigt immer weiter, Sozialleistungen wurden immer weiter abgebaut, Schulden steigen.

Um Geld in die Kassen zu spülen und EU Vorgaben zu erfüllen, wurde privatisiert, was ging. Folge waren Massenentlassungen, Überführung in neue Privatfirmen bei schlechteren Arbeitsbedingungen und noch schlechterem Lohn.
Mehr Arbeitslose und weniger Lohnempfänger mit parallel geringerem Einkommen lassen Kosten explodieren und Einnahmen stark zurückgehen. Subunternehmer, Leiharbeit und prekäre Beschäftigung boomen, Lebensstandard sinkt, öffentliche Einrichtungen (Gebäude, Strassen, Schienenwege, Brücken, Kanäle, Schläusen…) sind marode wie nie zuvor.

Das Verhältnis Wirtschaft und Menschen ist komplett aus dem Gleichgewicht und die Politik tut nichts dafür, das dringend notwendige Gleichgewicht wieder herzustellen!

Denken wir mal weiter, wird sich (wenn nicht gegengesteuert wird) die Spirale noch weiter und schneller drehen, die Menschen werden noch weniger haben, die Wirtschaft irgendwann (da das Problem weltweit auftritt) auch mit Export nichts mehr reissen können und alles komplett zusammenbrechen. Den Reichen wird es dann auch nichts mehr nutzen, reich zu sein, denn Geld kann man nicht essen und wenn niemand mehr etwas produziert, kann man damit auch nichts mehr kaufen. Immer mehr dieser „Reichen“ verlieren schon heute, Firmenpleiten gab es noch nie so viele wie jetzt und in grossen Teilen der Welt gärt es.

Eigentlich sehe ich nur zwei Möglichkeiten:

1. aufwachen und im Konsens gegensteuern (Gleichgewicht wieder herstellen und Fehler korrigieren)

2. abwarten, bis das Fass eh überläuft und dann rette sich wer kann – fragt sich nur, wohin…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s