Politische Systeme und Gleichgewicht


Wirtschaftssysteme und Gleichgewicht – Kommunismus bzw. Sozialismus gründet sich ebenso auf Ungleichgewicht wie Kapitalismus, bevorzugt lediglich eine andere Klientel. Wird die Wirtschaft (zu Lasten der Menschen) bevorzugt, sinkt die Kaufkraft, damit auch der Umsatz der Wirtschaft. Ersatzmärkte helfen nur begrenzt, die Wirtschaft stagniert.

Werden die Menschen (zu Lasten der Wirtschaft) bevorzugt, stagniert die Wirtschaft gleich durch massive Benachteiligung, weil sich Investitionen nicht mehr lohnen und Risiken gescheut werden. Zur Koordinierung wird ein riesiger Verwaltungsapparat benötigt, der kostenintensiv ist, ohne produktiv zu sein.

Das nur als Beispiele, die zwar nicht der Weisheit letzter Schluss sind, aber in aller Kürze die Richtung umreissen. Das grösste Problem an beidem ist allerdings die fehlende Mitverantwortung für den „Sozialpartner“, denn die „Bevorzugten“ fühlen sich als höherwertig und sehen die andere Seite der Waagschale als vernachlässigbar.

Gleichgewicht entsteht aber nur, wenn eben dies durch gegenseitige Mitverantwortung ausgeschlossen wird und damit aus „Arbeitspflichtigen“ und „Löhnpflichtigen“ echte Sozialpartner entstehen, die sich dessen bewusst sind, füreinander verantwortlich zu sein.

In der „sozialen Marktwirschaft“ (die hat nun ja inzwischen nichts mehr soziales an sich) gab es früher viele solcher Ansätze, die jedoch nicht ausgebaut, sondern zugunsten der Wirtschaft wieder abgebaut wurden, um vermeintliche Vorteile für die Wirtschaft herauszuholen. Wie „gut“ das funktioniert sehen wir am Zustand unserer Wirtschaft und Infrastruktur. Noch nie gab es so wenig Unternehmensgründungen und so viele Unternehmenspleiten wie jetzt und noch nie so viele prekär Beschäftigte und (teilweise verdeckte) Arbeitslose mit so hoher Aussicht auf Altersarmut wie nie zuvor.

Anders in der früheren DDR haben die sozialistischen Ansätze ebenso auf ganzer Linie versagt, weil das Gleichgewicht genau in der entgegengesetzten Richtung verschoben war. In beiden Fällen funktionierte der Kreislauf ungleichmässig, musste also zwangsläufig ins Stocken geraten. Statt die Vorteile beider Systeme zu nutzen, wurden die Nachteile des westlichen Systems noch zu Gunsten schnellerer und besserer Profite erhöht, was in der Folge gleich mehrere Wirtschaftskrisen bescherte, die nicht gelöst, sondern auf Pump verschoben wurden, weil die Ursachen weiter aktiv sind.

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