Denkmalstürmer in der Ukraine


Mit der aktuellen Vernichtung von Denkmälern verleugnet man einen Teil der eigenen Geschichte, denn die Ukraine war früher ein Teil der Sowjetunion, hatte dort sogar einen bevorzugten Stand und stellte sogar zwei sowjetische Staatschefs.

Das ursprüngliche Gebiet war früher auch deutlich kleiner und im Grunde gemischtes Siedlungsgebiet hauptsächlich russisch, aber auch österreichisch und polnisch okkupiert. Teile des Landes gehörten mal zu Russland (ursprünglich), waren auch lange polnisch und später österreichisch besetzt. Es waren auch die Österreicher, die im 19. Jahrhundert den neu aufgekommenen ukrainischen Nationalismus förderten, um den immer noch starken russischen Einfluss zurückzudrängen und es war das 1919 neu entstandene Polen, das nichts besseres zu tun hatte, als die (durch Diktatfrieden von Brest-Litowsk) erstmalig als Staat entstandene Ukraine anzugreifen und grosse Teile der heutigen Westukraine zu annektieren. Die durch Polen annektierten Gebiete kamen dann nach deutscher Besetzung Westpolens wieder zur Ukraine, die inzwischen als ukrainische Sowjetrepublik Mitglied im Staatenbund der Sowjetunion geworden war. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt die Ukraine weitere Gebiete symbolisch geschenkt, wurde durch die Sowjetunion industriell erschlossen und wurde zu einer der reichsten Sowjetrepubliken mit vielfältiger Industrie und grosser Landwirtschaft.

Auch nach der Unabhängigkeit blieben Industrie und wirtschaftliche Kontakte nach Russland ein wichtiger Faktor, nur schöpften nun Oligarchen den Rahm ab, während das Volk das Nachsehen hatte.

Die Maidan-Bewegung war eigentlich gegen die Oligarchen, gegen die verbreitete Korruption und für Reformen im Land ausgerichtet. Von Seiten der EU bekam die Bewegung den Mund wässerig gemacht, dass man innerhalb der EU blühende Landschaften zu erwarten hätte und von westlichen Ländern gesponserte Hetzer faselten schon auf dem Maidan von Bürgerkrieg, brachten extreme Nationalisten mit, um den gewaltsamen Putsch durchzuziehen.

Nun, die Oligarchen sind nach dem Putsch zwar mächtig wie nie zuvor, haben die Wirtschaft des Landes aber so weit ruiniert, dass ihnen auch ein Teil des eigenen Vermögens wegbricht. Es gab schon Massenentlassungen, soziale Einschnitte, gekürzte und im Osten sogar gestrichene Renten, dafür aber deutlich erhöhte Preise für öffentliche Leistungen, Lebensmittel, Gas und Strom. Nur den am Maidan versprochenen Bürgerkrieg, den hat man auch wirklich losgetreten. Im Ergebnis sind viele tausend Menschen tot, millionen Menschen auf der Flucht, eine gesamte Region weitgehend zerstört, das Land verschuldet wie nie zuvor und halb Osteuropa destabilisiert.

Durch die Entfernung von Denkmälern kann man die Geschehnisse der letzten 1 1/2 Jahre allerdings nicht mehr rückgängig machen. Man entfernt nur Erinnerungen an eigentlich bessere Zeiten. Vielleicht sollen sich die Menschen ja nicht daran erinnern, dass es mal deutlich besser war als es jetzt ist…

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