Der ESC – verkommen zur politisierten Propagandaveranstaltung


Eigentlich war der European Song Contest (ESC) ursprünglich als eine Veranstaltung für Völkerverständigung gedacht und wurde auch lange Zeit so gesehen. Politik sollte aussen vor bleiben und die Völker Europas sollten friedlich und frei Künstler in den Wettstreit schicken, eine musikalische Visitenkarte ihrer Länder abgeben und anderen Völkern zeigen bei dem TV-Event mit den weltweit meisten Zuschauern. Leider hat nun auch die Politik von der Veranstaltung Besitz ergriffen und man singt nicht mehr miteinander, sondern gegeneinander, bringt Politik direkt auf die Bühne und fällt unter den Juroren politisch motivierte Entscheidungen einer vermeintlichen political correctness. Die Zuschauer in allen Ländern haben sich hier allerdings als klüger und unvoreingenommer gezeigt.

Der Text des ukrainischen Siegersongs war politisch, aber eine Geschichtsfälschung. Eigentlich sollten politische Beiträge gar nicht teilnehmen, aber sei’s drum. Im Text kam nicht vor, dass 1944 die Krim nicht zur Ukraine gehörte, sondern zu Russland. Es kam auch nicht vor, dass nicht wenige Krimtartaren auf Seiten Hitlers gekämpft haben und auch nicht, dass ukrainische Milizen auf Seiten Hitlers gekämpft hatten und an Massakern beteiligt waren. Auch dass die auf der Krim lebenden Krimtartaren ebenfalls mehrheitlich für die Wiedervereinigung mit Russland gestimmt hatten, kommt nicht vor oder dass die Blockierer der Krim nicht nur Russen, sondern auch Krimtartaren von Stromlieferungen abgeschnitten haben oder dass es im Anschluss an den Maidan ein Pogrom ukrainischer Nationalisten gegen Krimbewohner in der Ukraine gab, die sich auf der Rückreise aus Kiew befanden.

Es kommt auch nicht vor, dass die Länder Ukraine und Russland eigentlich gar nicht so verfeindet sind, wie es die Medien mancher Länder gern hinstellen würden oder verschiedene Regierungen gern hätten, denn Zuschauer beider Länder haben dem jeweiligen Nachbarn hohe Punkte gegeben. Nur das in Kiew herrschende Regime (nicht das Volk) hat sich die Feindseligkeit gegen Russland auf die Fahnen geschrieben, Russland sieht die Ukraine weiterhin als Bruderland an, in dem seit dem Putsch 2014 eine nationalistische Regierung herrscht, die einen blutigen Bürgerkrieg führt. Die ukrainische Stadt Henitschesk ist im letzten Winter sogar von der Krim, also von Russland aus mit Erdgas versorgt worden.

Auch in Deutschland sieht man es anders bei den Zuschauern als in der Jury, denn von den deutschen Zuschauern gab es für Russland 12 Punkte, auch die meisten Zuschauerpunkte aus anderen Ländern bekam der russische Beitrag. Dass einige Jurys der Meinung waren, bloss Russland keine Punkte oder nicht zu viele zu geben, um vermeintlich politisch korrekt zu sein, das sollte für den angeblich ach so freien Westen höchst peinlich sein.

Sehr traurig auch für die Teilnehmerin aus Deutschland, Jamie-Lee, die jetzt ausbaden durfte, dass unsere Regierung Deutschland international wieder ziemlich unbeliebt gemacht hat in Europa. Hier waren sich Juroren und Zuschauer aller Länder (bis auf 3) sehr einig darin, Deutschland zu ignorieren. Allerdings hätte die deutsche Politik diese Watschn weitaus eher verdient als die 18jährige Jamie-Lee, die zwar nicht den besten Auftritt der Veranstaltung hingelegt hatte, aber weitaus auch nicht den schlechtesten.

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