Wer sind eigentlich diese Reichsbürger?


Reichsbürger sind im Grunde nur Menschen, die eine andere Rechtsauffassung haben wie die offizielle der Bundesregierung. Diese andere Rechtsauffassung gründet sich nicht auf politische Radikalität in irgendeiner Richtung und auch nicht auf Spinnerei, sondern auf tatsächlich vorhandene Widersprüche existierender Gesetze und Aussagen anerkannter Politiker. Hieraus leiten diese Menschen einfach andere Schlüsse ab, die vor allem jene Mitmenschen nicht teilen, die sich um die dazugehörige Argumentation noch nie gekümmert haben oder die entsprechenden Fakten ganz einfach anders auslegen. Es hat nichts mit angeblich rechter Gesinnung zu tun und spiegelt auch nicht den Wunsch wieder, aus politisch motivierten Gründen ein Reich wiederherzustellen. Vielmehr gehen die so genannten Reichsbürger davon aus, dass das Deutsche Reich rechtlich nicht untergegangen ist der Auffassung ist auch die Bundesregierung!) und zieht aus den tatsächlichen Gegebenheiten andere Folgerungen.

Eine andere Rechtsauffassung vertreten ist an sich nichts verwerfliches, denn dies geschieht tagtäglich tausendfach in Deutschland bei jedem Rechtsstreit. Meist setzt sich nach einer gewissen Zeit eine Auffassung nach einem Urteil durch, allerdings können auch Urteile unterschiedlich ausgelegt werden.

Nun kann und darf man allerdings (vermeintliches) Recht nicht einfach in eigener Regie erzwingen, aber was, wenn es vermeintlich keine Institution gibt, mit deren Hilfe man dies endgültig klären könnte? Sich an etwas anpassen, von dem man durchaus begründet glaubt, dass es in der Form eigentlich gar nicht rechtmässig existiert oder sich diesem total zu verweigern?

Hier wird es schon ziemlich problematisch, oder vielleicht doch nicht?

Wenn man sich nicht anpassen will oder kann, sich aber auch nicht verweigern möchte, gibt es eigentlich nur noch die Möglichkeit, die tatsächlichen Gegebenheiten zu nutzen, um auf politisch aktivem Weg dafür zu wirken, dass das, von dem man meint, dass es im Argen liegt, wieder in Ordnung gebracht wird – wenn schon nicht so, dass man einen nicht wiederherstellbaren Zustand wieder herbeizaubert, sondern gemeinsam und mehrheitlich daran mitarbeitet, etwas zu schaffen, mit dem möglichst viele dann auch auf Dauer gut leben können und möchten.

Mit Verweigerung und Ablehnung kann man nichts aufbauen, nur in Kooperation und mit gutem Willen. Allerdings muss man auch sowohl darüber reden als auch gehört und ernstgenommen werden, um eine gemeinsame Basis dafür zu schaffen, zusammen nach vorn gehen zu können. Tatsache ist jedenfalls, dass es in einigen offiziellen Texten wie auch Gesetzen Widersprüche gibt, die so oder so ausgelegt werden können. Hier wäre es jedoch an der Zeit, dies nach und nach wirklich zu klären statt diejenigen, die auf jene Widersprüche gestossen sind und sie auch ansprechen, zu kriminalisieren und auszugrenzen.

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